Biogasanlagen in der Entsorgungswirtschaft
Seit einigen Jahren ist in Deutschland das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft. Darin ist vorgeschrieben, dass Abfälle einer sinnvollen stofflichen und energetischen Verwertung zuzuführen sind.
Biogastechnologie hat gerade in der Abfallentsorgung große Potentiale. So lassen sich aus einer Tonne Biomüll etwa 100 m³ Biogas mit einem Energiegehalt von 6,5 kWh/Nm³ gewinnen. Diese Energie entspricht ca. 65 Liter Heizöl. Bei einer Verwertung in einem BHKW können daraus ca. 250 kWh Elektro- und 500 kWh Heizenergie gewonnen werden.
Die Vergärung von Biomüll ist aus kreislaufwirtschaftlicher und energetischer Sicht der Kompostierung vorzuziehen. Im Idealfall sollten Biomüllvergärung und Kompostierung miteinander kombiniert werden: Ligninhaltige Abfälle wie Holz, Papier und Pappen müssen wie bisher kompostiert werden, während der Nassmüll wie Biomüll, Speisereste, Lebensmittelindustrieabfälle und Altfette vergärt wird. Die festen Reststoffanteile, aus der Abfallaufbereitung und der Fest-Flüssig-Trennung des ausgefaulten Substrates, sollten zusammen mit ligninhaltige Abfällen kompostieren werden. Dabei werden die bekannten Geruchsprobleme in der Kompostieranlage nahezu ausgeschlossen.
Zur Biogasgewinnung kann grundsätzlich jedes organische oder biologische Substrat verwendet werden, welche durch bakterielle Prozesse aufgeschlossen werden können.
 
Vergärbare Abfallstoffe

spezifische Biogasertrag
(m³/kg oTS)
Trebern, Trester

0,42 -0,5
Schlachthofabfälle, Fischverarbeitungsabfälle

0,34 - 0,71
Abfälle aus Lebensmittelindustrie

0,32 - 0,8
Kartoffel- und Getreideschlempe

ca. 0,48
Biomüll aus Haushalten

ca. 0,40 - 0,58
Fettabscheiderreste, Fettreste aus Gastronomie

 0,7 -1,3
 Gülle aus Landwirtschaft und Klärschlamm

 0,22 - 0,55
 
Die gemeinsame Vergärung ( Cofermentation ) von biogenen Abfällen mit anderen Stoffen wie Klärschlamm oder Gülle zur Gewinnung von Biogas und Dünger ist in der letzten Zeit auf verstärktes Interesse gestoßen. Verfahrenstechnisch bietet sie enorme Vorteile, da durch das konstante Grundmaterial saisonale und mengemäßige Unterschiede der biogenen Abfälle abgepuffert werden.
 
 
Anlagenbeispiel
Die nachfolgend dargestellte Abfallverarbeitungsanlage verarbeitet biogene Abfälle mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen (nominaler TS-Gehalt ca.10Gew.%). Dazu zählen:
  • Gülle, Klärschlamm
  • Biomüll, Speisereste
  • sortenreine biogene Abfälle
  • Verarbeitungsprodukte sind:
  • Düngegranulat (ca. 8.000 t/a)
  • Elektroenergie (ca. 8,5 GWh/a)
  • Osmosewasser (ca.180.000 m³/a)
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    Die Anlage ist durch folgende Hauptelemente gekennzeichnet:
    • Abfallaufbereitung (Fremdstoffabtrennung und Suspendierung)
    • Biogasanlage (12.000m³ Gärraumvolumen)
    • Eindampfanlage und Wirbelschichttrocknungsanlage
    • Energiezentrale (mit Blockheizkraftwerk 2,1MW elektr. Leistung und Dampfkesselanlage)