Integriertes Abfallverwertungssystem -Anlagenbeispiel-

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Die Erstellung eines Abfallverarbeitungskonzeptes sollte immer unter Einbeziehung aller regionalen Randbedinungen vollzogen werden. Hierbei kommt es in der Regel zum Anstieg der Komplexität der Ausgangsbedingungen aber auch zur Erweiterung der wirtschaftlichen Basis und zur Freisetzung von Synergieen in der territorialen Entwicklung.
Im dargestellten Beispiel profitiert die Inselregion nicht nur von der Entlastung der Deponie sondern auch von der Bereitstellung von Düngerkompost, Strom und thermischer Energie aus der Biogasproduktion.
 
Der Kompost verbessert die stark erodierten Böden und damit die Ertragslage der örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaft. Ebenso kann Überschußwasser aus dem ausgefaulten Substrat zur Bewässerung und Düngung der Böden verwendet werden. Dadurch wird das begrenzte Süßwasserreservoir geschont.
Weiterhin bietet die Abwärme aus der Stromproduktion die Möglichkeit der für diese Region unmöglichen, ganzjährigen Bewirtschaftung eines Gewächshauses. Die BHKW-Abwärme, die normalerweise nahezu ungenutzt wäre, wird mit Hilfe von Adsorptionskältetechnik zur Klimatisierung und Wasserrückgewinnung in einem Hydropnic-Gewächshaus verwendet. Das BHKW-Abgas wird teilweise zur CO2-Düngung genutzt. Die Erträge aus diesem Komplex kommen ebenfalls der Genossenschaft zugute.
Die Stromproduktion aus Biogas kann teuren Strom, der über ein Seekabel vom Festland bezogen wir, substituieren.
 
 
Die Naßverarbeitung der Abfälle zur Konditionierung für die anaerobe Vergärung des organischen Anteils in einem Biogasreaktor bietet die Möglichkeit der schonenden Abtrennung von Verpackungs- und Reststoffraktionen auch bei den kleinen Korngrößen. Die Reststoffe die zur Deponierung verbleiben, sind damit nahezu inert und Recyclingprodukte für eine weiter Verarbeitung vorgereinigt.
Die Waschwässer stellen in diesem Prozeß einen Produktstrom dar, der im Biogasreaktor verwertet wird.
 
 
Einschränkend ist hervorzuheben, das das dargestellte System von dem dominanten organischen Anteil im Abfall bis ca. 50 % (zuzüglich der Papier, Pappe, Holz) getragen wird. Außerdem gibt es keine nennenswerten Sperrmüllanteile, die zusätzliche Verarbeitungtechnik erfordern.